Zu Strandabschnitten in der Gemeinde und Baumaßnahmen

Dorfzeitung: Wir wollen zum Schluss zu aktuellen Herausforderungen kommen. Was kann gegen die Ausspülung im Strandabschnitt Bodstedt gemacht werden?

Herr Groth: Als wir 2014 den Hafen in Bodstedt gebaut haben, da war angedacht, dass vor den Hafen eine Mole hinkommt. Die wurde uns nicht genehmigt. Ein paar Jahre später hat sich herausgestellt, dass sich die Strömungsverhältnisse verändert haben, wahrscheinlich durch den Hafen. Als die Ausspülung sichtbar wurde, bin ich auf den Gedanken gekommen, eine Brücke zu bauen, so dass man zum Baden in den Bodden reingehen kann. Dann habe ich mit dem Planungsbüro gesprochen, das den Hafen gebaut hat, und um einen Vorschlag gebeten. Der lautete: Dort könnten Steine als Mole von 40 bis 80 Meter schräg vorgebaut werden. Das ist durch das Büro anderen Behörden in Vorgesprächen vorgelegt und durch diese aber abgelehnt worden. Es war aber noch kein schriftlicher Antrag. Der wurde erst danach überarbeitet gestellt und vom Umweltamt abgelehnt. Das ist, so die Begründung, ein Eingriff in die Natur. Und jetzt hat die Gemeinde über ein anderes Planungsbüro die Auflage erhalten, für eine mögliche Projektrealisierung Ausgleichsflächen anzubieten. Das heißt: Wir haben jetzt einen Beschluss gefasst, dass ein Planungsbüro eine Zuarbeit für die zuständigen Behörden macht und welche Ausgleichsmaßnahmen die Gemeinde anbieten kann.

Dorfzeitung: Was meint der Begriff Ausgleichsmaßnahmen?

Herr Groth: Wenn Sie eine Maßnahme machen, egal welche, z.B. Straßen- oder Gehwegbau: Sie müssen immer Flächen als Ausgleichsflächen bereitstellen: Bäume pflanzen, Hecken pflanzen, Teiche machen… Wenn ich Steine auf den Grund des Wassers versenke, ist das ein Eingriff und muss dafür Ausgleichsmaßnahmen durchführen.

Dorfzeitung: Zum Hundestrand: Da gibt es Kritik aufgrund der Unfallgefahr für die Vierbeiner.

Herr Groth: Ich kenne diese Kritik nicht. Der Bürgermeister hat das an uns noch nicht herangetragen. Aber zum Hundestrand will ich noch was sagen, ich bin augenblicklich ein bisschen unzufrieden. Ich habe mit dem Eigentümer vor sechs, sieben Jahren das erste Mal Kontakt aufgenommen. Ich habe ihn gefragt, ob er sich vorstellen kann, diesen Abschnitt an die Gemeinde zu verkaufen, um Zugang zum Wasser zu behalten. Da ging es aber noch darum, den Strand im Zusammenhang mit der EWP-Gruppe und mit dem Café Redensee zu entwickeln. Dann sind in der Zwischenzeit viele Urlauber, hauptsächlich aber Zweitwohnbesitzer und auch ein paar Einheimische an mich herangetreten und haben gefragt: Haben wir nicht die Möglichkeit, mit Hunden an das Wasser heranzukommen? Daraufhin wollte ich diesen Abschnitt erwerben: Er ist zuerst sehr schmal, nach hinten wird er breiter und ist im Endeffekt nicht so sichtbar ist. Das hat noch fünf Jahre gedauert, bis der Eigentümer sich entschlossen hat, an uns zu verkaufen. Jetzt ist der Hundestrand angeblich fertig.

Dorfzeitung: Was heißt angeblich?

Herr Groth: Ja, Sie haben ja gesagt, dass es Kritik gibt. Aber die kennen wir als Gemeindevertretung nicht. Der Bürgermeister muss das in der Gemeindevertretung sagen. Dann müssen wir eine Lösung finden, wie man das besser machen kann.

Wir haben für die Gemeinde vor drei Jahren einen neuen Traktor und Radlader gekauft. Da war der jetzige Bürgermeister grundsätzlich dagegen. Und ich habe gesagt, das brauchen wir, um den Strandabschnitt in Bodstedt, den Strandabschnitt in Fuhlendorf und den Strandabschnitt, der in Fuhlendorf kommen soll, bewirtschaften zu können. Ich musste drei Sitzungen machen, damit wir uns diesen Traktor und Radlader kaufen. Jetzt können sie das nutzen und sofort reagieren. Ich frage mich, ob das falsch war. Und jetzt muss man doch auch reagieren, wenn solche Sachen am Hundestrand, wie Sie sagen, passieren. Dann kann man doch mal in der Hauptausschusssitzung sagen, so und so ist es. Was können wir machen, was können wir uns leisten? Das muss ja nicht alles in einem Jahr fertig sein.

Dann komme ich zum Strandabschnitt am Café Redensee. Mit der EWP-Gruppe haben wir folgende Vereinbarung getroffen: Sie stellen zusammen mit der Gemeinde den Strandabschnitt wieder her. Dafür gibt es auch einen Plan, der leider nicht förderfähig gemacht worden ist. Zu meiner Zeit haben wir es nicht geschafft, dass der Eigentümer uns den Strand so übergeben hat, dass er öffentlich genutzt werden kann. Das war damals die vereinbarte Voraussetzung für den Bau der Köm Bar. Ich habe vor kurzem unserem Bürgermeister einen Vorschlag gemacht, wie er da weiter mit denen verhandeln kann. Ich hoffe, dass er das annimmt. Das heißt aber für die Gemeinde wieder zusätzliche Arbeit. Einer muss dann den Strand bewirtschaften, und das wird die Gemeinde sein. Ist aber auch nicht das Problem, weil wir Einnahmen aus der Kurabgabe generieren.

Und dann zu dem zukünftigen Strandabschnitt Fuhlendorf: Das war das Schwimmlager des Rates des Kreises Ribnitz-Dammgarten, wo alle Kinder aus der Umgebung das Schwimmen gelernt haben. Ich glaube, dass ich 1996 das erste Mal mit dem Eigentümer gesprochen habe. Der war damals schon 90 Jahre alt und aus Freiburg. Der wollte nicht verkaufen. Dann hatte ich später Kontakt mit den Enkeln, die sich vorstellen konnten, den Strand unter bestimmten Bedingungen zu veräußern. Der erste Schritt war, dass wir den Weg dorthin erworben haben. Wieder später haben andere Erben signalisiert, dass sie zum Verkauf bereit sind. Das haben wir natürlich über die Verwaltung in Angriff genommen. Ich hatte das Amt um ein Angebot in einer gewissen Höhe gebeten, weil ich wusste, was das für einen Wert hat. Das haben sie leider nicht getan, nur ein Drittel geboten. Dann waren die Erben natürlich verärgert. Nach letzten Informationen des Bürgermeisters heißt es, dass sie jetzt dem Verkauf zugestimmt haben. Dann wird alles das, was ich mir vor 30 Jahren ausgedacht habe, Wirklichkeit. Jetzt muss das abgewickelt werden. Das ist die Aufgabe des Amtes Barth in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister. Ich hoffe, dass es klappt. Das wird aber noch mindestens 10 bis 15 Jahre dauern, könnte ich mir vorstellen, bevor das so ist, wie man das eigentlich möchte. Die Gemeinde ist nicht in der Lage, bei 820 Einwohnern zu sagen, wir brauchen jetzt mal 500.000€. 

Dorfzeitung: Zur Haushaltsplanung 2026. Welche Eckpunkte gibt es schon? Und speziell gab es Straßenbauvorhaben z.B. Am Brink, Neuer Weg, Alte Dorfstraße… Das sollte ja schon fertig sein. Muss das jetzt neu beantragt werden?

Herr Groth: Ich kann Ihnen nur den Stand sagen, den ich mündlich vom Bürgermeister bekommen habe: Die Vorhaben sind abgelehnt worden. Ich würde mich mit dem nicht zufrieden geben. Ich wäre nach Schwerin gefahren, was ich auch des Öfteren gemacht habe. Ich habe dem Bürgermeister alles zugearbeitet, habe ihm mitgeteilt, was ich machen würde, welche Wege ich gehen würde. Null. Fertig. Er sagt zwar was anderes, aber ich kann ja meine Meinung sagen. Und wenn zu mir eine Behörde sagt, wir haben kein Geld, dann kann ich auch durch die andere Tür wieder reingehen.

Dorfzeitung: Es gibt einen MV-Plan 2035, der bis 2035 in die Gemeindekasse Investitionsgeld rein spülen kann. Gibt es schon erste Diskussion im Gemeinderat, wie sie sich für dieses Landesinvestitionsgeld bewerben wollen?

Herr Groth: Ich habe Ideen, ja. Aber ich bin nicht autorisiert, nachzufragen.

Dorfzeitung: Gibt es darüber schon Diskussionen in der Gemeindevertretung?

Herr Groth: Nein. Ich wäre schon längst in Schwerin gewesen.

Dorfzeitung: Herr Groth, haben Sie Fragen oder Wünsche an uns?

Herr Groth: Ich würde mir wünschen, dass ein neuer Bürgermeister nicht unterstellt, dass andere, die 35 Jahre lang für die Gemeinde gearbeitet haben, keine Übergabe gemacht haben. Ich bin mit ihm nach Schwerin gefahren, hab’ dort das Mehrzweckgebäude verteidigt. Ich habe an vier Veranstaltungen für die Abwassergeschichte und mehreren Veranstaltungen für den gesamten Tourismus teilgenommen. Ich war mit der Edis unterwegs. Ich habe den Straßenbau begleitet. Er soll aufhören, die Arbeit von mir und anderer Gemeindevertreter in Misskredit zu bringen. Er soll sich auf seine Arbeit konzentrieren. Er hat mir schriftlich mitgeteilt, und das will ich deutlich sagen, dass er mit mir nicht zusammenarbeiten kann, weil ich nicht professionell arbeiten kann. Da sehen Sie, wie die Zusammenarbeit jetzt ist. Er kann mich jederzeit fragen. Das macht er aber nicht.

Dorfzeitung: Herr Groth, wir danken Ihnen für dieses Interview.