Heino Jasper: Gemeindevertreter, zweiter stellvertretender Bürgermeister und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Fuhlendorf

von Reinhard Krödel

R. Krödel: Seit 2024 arbeitest Du in der Gemeindevertretung. Bevor wir loslegen: Magst Du uns kurz etwas über Dich erzählen?

H. Jasper: Mein Name ist Heino Jasper. Ich wurde in Barth geboren und bin in Fuhlendorf aufgewachsen.

Als Kind bin ich in Fuhlendorf in den Kindergarten gegangen, wurde dann später in Bodstedt eingeschult und habe als Jugendlicher mein erstes Geld im Ferienlager des OGS Berlin in Fuhlendorf als Tellerwäscher verdient.

Meine Berufsausbildung machte ich beim VEB Wasserversorgung Rostock.

Später war ich in verschiedenen Baufirmen beschäftigt, habe eine Meisterausbildung absolviert und bin jetzt seit 14 Jahren beim örtlichem Wasserversorgungsunternehmen beschäftigt.

Seit 40 Jahren bin ich Mitglied der FFW Fuhlendorf und war eines der Gründungsmitglieder des Fördervereins der Feuerwehr.

In der Gemeindevertretung arbeite ich seit 2009 mit.

heinojasper
Heino Jasper

R. Krödel: Warum hast Du Dich zur Wahl gestellt?

H. Jasper: Der ehemaliger Wehrführer Eckhard Will sprach mich im Jahre 2009 an, ob ich nicht in der Gemeindevertretung mitarbeiten möchte.

Da mich die Entwicklung der Gemeinde schon damals interessiert hat, habe ich mich als Kandidat zur Gemeindevertretung aufstellen lassen und wurde gewählt.

Wahrscheinlich spielte auch eine große Rolle, dass mein Vater über viele Jahre als Gemeindevertreter aktiv war und ich im Elternhaus damit aufgewachsen bin.

R. Krödel: Welche Themen sind für Dich in der Arbeit der Gemeindevertretung besonders wichtig? Sind damit Ziele verbunden, die Du in dieser Wahlperiode erreichen möchtest?

H. Jasper: Als besonders wichtig sehe ich den Erhalt und die Weiterentwicklung der bestehenden Infrastruktur an. Der Ausbau der Radwege in unserem Ort ist in den Jahren nach der Wende und auch später gut vorangekommen, so dass wir gute Anbindungen in Richtung Barth, Ostsee und auch Michaelsdorf und weiter nach Saal bzw. Ribnitz-Damgarten haben. Ich selbst nutze diese Radwege gerne, muss natürlich aber auch feststellen, dass an vielen Stellen Reparaturbedarf besteht.

Der Steg der Ende der 90ziger Jahre in Fuhlendorf gebaut wurde, war sicher gut gedacht, aber dass wir ihn nach ca. 25 Jahren aufgeben mussten, ist sehr schade. Für solche oder ähnliche Objekte müssen aus meiner Sicht mehr Mittel zur Erhaltung eingeplant werden.

Als wichtig für unseren Ort sehe ich den Erhalt der Strände an. In Fuhlendorf ist durch den Ankauf eines Grundstücks die Zuwegung geklärt worden.

Am Bodstedter Strand beschäftigen wir uns damit, wie die Abtragung vom Strandsand gestoppt werden kann. Das muss in Abstimmung mit Umweltbehörden passieren und gestaltet sich dann schon schwierig.

R. Krödel: Die Gemeindevertretung hat in ihrer Amtszeit schon viele Entscheidungen zur Entwicklung unserer Gemeinde getroffen. Welche fandest Du besonders wichtig?

H. Jasper: Als wichtigste Entscheidung in meiner Zeit als Gemeindevertreter sehe ich den Neubau des Kindergartens. Hier wurde eine Einrichtung geschaffen, die jungen Leuten die Möglichkeit bietet, ihre Kinder im Ort betreuen zu lassen. Dadurch schafft die Gemeinde Anreize für junge Leute, sich hier niederzulassen und zur Entwicklung der Gemeinde beizutragen.

Sicherlich ist es bei den heutigen Grundstücks- und Baupreisen nicht einfach zu bauen, aber ich sehe auch bei jungen Leuten, dass es den einen oder anderen gelingt, in Fuhlendorf zu bauen oder ein Haus zu erwerben.

Auch die Erneuerung des Bodstedter Hafens war eine weitere wichtige Entscheidung in meiner Amtszeit. Er ist der Blickfang des Ortes. Hier können sich die Urlauber die Zeesenboote anschauen, zu Jens in die Gaststätte einkehren oder sich ein Fischbrötchen beim Fischer holen. Nicht zu vergessen sind die Konzerte am Hafen, die durch die Tourismuszentrale Südliche Boddenküste als Anstalt des öffentlichen Rechts organisiert werden und die dazu gehörende Donnerstagsregatta, bei der die Urlauber das Auftakeln und Auslaufen der Boote mit Livemusik beobachten können.

Durch die Erneuerung des Hafen wurde auch das Anlaufen der Fahrgastschiffe gesichert. Ich kann mich noch an den alten Steg erinnern, das war schon etwas abenteuerlich.

Über die Anerkennung zum staatlich anerkannten Erholungsort unserer Gemeinde bin ich auch sehr stolz. Auch wenn es nicht jeder so sieht, stellt es für mich eine erfolgreiche Qualitätsprüfung dar, auf die wir aufbauen können.

Laut einer kürzlichen Auswertung der Online-Reiseplattform booking.com soll Fuhlendorf sogar zu den gastfreundlichsten Orten Deutschlands gehören.

In den letzten Jahren entstand der Spielplatz in Bodstedt und im letzten Jahr wurde der Park in Fuhlendorf mit Spielgeräten ausgestattet.

R. Krödel: Was wünschst Du Dir für die weitere Entwicklung unserer Gemeinde? Wohin soll die strategische Reise der Gemeinde gehen?

H. Jasper: Der Neubau des neuen Mehrzweckgebäudes mit Tourismusinformation wird ein weiterer Meilenstein unserer Entwicklung werden. Eine Baugenehmigung für dieses Gebäude liegt schon vor.

Im letzten Jahr wurde ein Hundestrand in der Hafenstraße eingerichtet. Auch dazu wurde von der Gemeinde ein Grundstück erworben. Da sehr viele Gäste mit Hunden unterwegs sind, wird er dankend angenommen. Gerade wird für die kommende Saison der Abschnitt neu gestaltet.

Abschließend möchte ich noch ein paar Sätze darüber verlieren, warum ich gerne in Fuhlendorf wohne.

Einmal ist es die tolle Natur, in der wir uns befinden. Der Bodden, der Wald, die Nähe zur Ostsee bieten uns jede Menge Möglichkeiten, sich hier zu betätigen oder einfach nur zu entspannen.

Des Weiteren sind es die vielen engagierten Leute im Dorf, die das Leben für mich hier schön machen und zu den ich mich freundschaftlich verbunden fühle.

Ich denke da zuerst natürlich an meine Kameraden aus der Feuerwehr, aber auch an die Leute aus dem Sportverein, die zum Beispiel das beliebte Herrentagsturnier und das Osterfeuer über viele Jahre organisieren und durchführen.

Das Kinderfest der Gemeinde mit allen Mitstreitern von heute und auch in den vergangenen Jahren:  Immer gab es mehr oder wenige Leute aus der Gemeinde, die sich darum bemüht haben, tolle Kinderfeste zu gestalten.

Der Traditionshafen Bodstedt e.V. und den Eignern der Zeesenboote, die mit viel Aufwand und Mitteln ihre Boote in Schuss halten und alle Jahre die Zeesenbootregatta durchführen. Was wäre unser Hafen ohne diese Boote?

Auch in der Kirche gibt es ehrenamtliche Mitstreiter, die Veranstaltungen dort begleiten.

Die Veranstaltungen des Kulturvereins Fuhlendorf K-Drei wie z.B. der kleine Weihnachtmarkt bei Jens oder die Dorfzeitung sind Dinge, die unser Dorfleben bereichern.

Zuletzt ein Dankeschön an unsere Gewerbetreibenden, die unsere Gemeinde attraktiv machen und unsere Vereine oftmals unterstützend zur Seite stehen.