urkunde verkauf des dorfes
Die Urkunde über den Verkauf unseres Dorfes (9. Zeile) durch den Rügenfürst Witzlaw II an die Stadt Barth im Jahre 1278

Der Kulturverein lädt zur Vortragsreihe ein:

 „Was hat unser Dorf und Vorpommern vom Mittelalter bis in die Neuzeit geprägt?“

  • Am 10. September 2026 um 18.30 Uhr in die Gaststätte Alter Hafen in Bodstedt zum Vortrag von Ulrike Sulk zum „Kulturerbe Fischerteppiche“ 
  • Am 14. September 2026 um 19 Uhr in die Gaststätte Alter Hafen in Bodstedt zum Vortrag von Dr. Jürgen Hamel zu „750 Jahre Vulendorpe“ 
  • Am 22.September 2026 um 19 Uhr in die Gaststätte Alter Hafen in Bodstedt zum Vortrag von Antje Hückstedt zum „Immateriellen Kulturerbe Vorpommerns – Beispiel Zeesboottradition“ 
  • Am 28. September 2026 um 19 Uhr in die Gaststätte Alter Hafen in Bodstedt zum Vortrag von Bernd Goltings zur “Historischen Zeitreise nach Bodstedt und Fuhlendorf“

Wir feiern im August 2028 zwar keinen Geburtstag, aber die erste urkundliche Erwähnung zum Verkauf von Fuhlendorf ist dann 750 Jahre her und des Feierns wert. Was die Menschen seitdem erarbeitet haben, was sich als Kulturerbe erhalten hat, das macht für viele Menschen die Heimat aus. Es schafft ein Wir- Gefühl, eine Identifikation mit dem Dorf und seiner Umgebung.

Am 22. August 1278 übereignete Fürst Witzlaw II. von Rügen der Stadt Barth Ländereien im Gebiet nordwestlich der Stadtgrenze, ausdrücklich genannt dabei werden Vulendorpe (Fuhlendorf) und Pruchute (Pruchten). Geschichte wurde damals handschriftlich in Latein durch Urkunden geschrieben, nicht in gedruckten Büchern. Den modernen Buchdruck erfand Johannes Gutenberg erst zwischen 1440 und 1450.

So ließ auch der seit 1260 regierende Rügenfürst seine Notare Urkunden schreiben, aus denen wir immerhin einiges aus dem damaligen Leben erfahren können. Witzlaw II wurde um 1240 geboren und starb 1302 bei einem Besuch in Oslo.

Das Dorf hatte zu dieser Zeit wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten bestanden, vermutlich von Siedlern gegründet, die ins Fürstentum gerufen wurden. Nach dem Aussterben des Fürstengeschlechts ging das Fürstentum Rügen an das Herzogtum Pommern. Der errichtete Herrschersitz in Barth wurde kontinuierlich ausgebaut.

Der Blick zurück in die ersten 400 Jahre Geschichte der Region soll der Auftakt sein für eine Vortragsreihe, die uns durch die Jahrhunderte bis in unsere Gegenwart mitnehmen soll.

Herr Dr. Jürgen Hamel aus unserer Nachbargemeinde Bartelshagen II wird uns in seinem Vortrag am 14. September in der Gaststätte Am Alten Hafen diese ferne Zeit mit Bildern und Karten anschaulich machen. Er ist Historiker und Mitglied der Historischen Kommission Pommern e.V.  und widmet sich seit 2010 vorrangig der Geschichte Vorpommerns vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Der Kulturverein schätzt sich glücklich, ihn am 14. September 2026 in der Gaststätte am Alten Hafen mit seinem Vortrag „750 Jahre Vulendorpe – Geschichte und Geschichten aus dem Fürstentum Rügen und dem Herzogtum Vorpommern“  gewonnen zu haben.

lubinschekarte
Die Lubinsche Karte wurde von dem Rostocker Gelehrten Eilhard Lubinus zwischen 1610 und 1618 im Auftrag des Herzogs von Pommern erarbeitet.

In dieser Historischen Vortragsreihe soll insbesondere das Kulturerbe, das in 750 Jahren Geschichte entstanden ist, dargestellt werden. Dabei spielt das sogenannte immaterielle Kulturerbe eine genauso wichtige Rolle wie das von  Gebäuden und Infrastruktur wie Häfen, Brücken und Verkehrswegen.

Die Unesco hat im Jahr 2003 ein spezielles Abkommen mit Ländern geschlossen, ihre besonderen Kulturformen zu erhalten und zu schützen. Es geht um lebendige Tradition, Bräuche, Handwerkstechniken, Feste und Künste. Dieses Erbe ist nicht wie die Welterbestätten in Stein gehauen, sondern es lebt vom Wissen und Können der Menschen. Es lebt nur weiter, wenn es von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Die Unesco Kommission führt dazu ein Verzeichnis, in dem hunderte dieser lebendigen Traditionen eingetragen sind. In Deutschland ist die dazugehörige Konvention 2013 in Kraft getreten. In Vorpommern gehören mittlerweile dreizehn Formen des immateriellen Kulturerbes dazu.

Hier bei uns ist Bodstedt ist die Zeesboottradition so ein zentraler Ort für diese besonderen Kulturformen.

Bald ist es wieder soweit und der Alter Hafen wird von den Braunen Segeln beherrscht. Der Unesco war sowohl das alte Fischerhandwerk des Zeesens, die seit 1964 existierende Regattatradition und  das Segeln mit den Menschen, die uns hier besuchen, wichtig. Die Vermittlung der Segelkunst auf den Traditionschiffen gibt einen Einblick in die versunkenen Welt der Zeesenfischer, aber auch in die Schönheit der Natur in den Boddengewässern.

Der Kulturverein freut sich, zwei Frauen gewonnen zu haben, die das immaterielle Kulturerbe bewahren und pflegen wollen.

Ulrike Sulk kommt aus Sundhagen bei Greifswald und ist eine der wenigen Frauen, die das Handwerk des Teppichknüpfens hier in Vorpommern noch beherrschen. Der Besuch in ihrem Atelier hat uns im Kulturverein angeregt, einen Jubiläumsteppich im Stil der Fischerteppiche zu knüpfen. Sie wird uns in die Geschichte der „Perser des Nordens“ einführen und ihr Handwerk am Knüpfstuhl 10.September in der Gaststätte Am Alten Hafen (18.30 Uhr) praktisch demonstrieren.

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Ulrike Sulk entwirft auch eigene Muster für ihre Fischerteppiche und entwickelt neue Motive

Antje Hückstedt lebt in Born und ist Expertin für das Immaterielle Kulturerbe. Sie hat maßgeblichen Anteil daran, dass die Zeesboottradition 2018 in das Unesco-Verzeichnis aufgenommen worden ist. Sie ist Sprecherin des Arbeitskreises Immaterielles Kulturerbe unter dem Dach des Museumsverbandes in Mecklenburg -Vorpommern.

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Zeesboote bei einer Regatta vor Dierhagen

Wir wollen aber auch über das infrastrukturelle Kulturerbe in dieser Vortragsreihe berichten.

Dafür haben wir Bernd Goltings gewonnen.  Er wird mit uns eine historische Zeitreise nach Bodstedt und Fuhlendorf machen. Sein Vortrag wird sich mit den Häfen von Fuhlendorf und Bodstedt beschäftigen. Vor dem Bau der heute bekannten Straßen und der Meiningenbrücke bei Bresewitz hatten diese Häfen eine zentrale Bedeutung. Sie waren wichtige Umschlagplätze, welche die Verbindung zwischen dem gegenüberliegenden Darß und der Stadt Barth aufrechterhielten.

Zu diesem bisher kaum beachteten Thema recherchierte der Sachbuchautor Bernd Goltings viele Jahre in Archiven. Seine Ergebnisse stellt er am 28.September um 19 Uhr in der Gaststätte Alter Hafen Bodstedt  in einem anschaulichen Vortrag vor, der durch zahlreiche historische Aufnahmen und Landkarten begleitet wird. 

Bernd Goltings lebt in Prerow auf dem Darß.  Er gibt eine eigene Schriftenreihe heraus, für die er intensiv über die Geschichte der Eisenbahn-, Land- und Wasserwege in der hiesigen Küstenregion recherchierte. Er ist u.a. Mitglied im Verein zur Förderung der Heimatpflege und des Darß- Museums e.V. und hält seit vielen Jahren Vorträge über die Thematik.

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Historische Aufnahmen aus Bodstedt

Dieses Projekt wird von der Ehrenamtsstiftung MV gefördert.

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