Am vergangenen Freitag haben wir in unserem Kulturverein Fuhlendorf K-Drei e.V. die historische Aufarbeitung der Geschichte unserer Gemeinde für einen Geschichtsspaziergang begonnen.
Wir wollen anlässlich der 750-Jahrfeier im Jahr 2028 zur ersten urkundlichen Erwähnung von Fuhlendorf besondere Geschichten von Menschen und über Menschen in sieben Jahrhunderten zusammenstellen.
Dabei sollen an Erinnerungsorten Informationstafeln aufgestellt werden, auf denen erläutert wird, um welches Gebäude es sich handelt, was an diesem Ort geschehen ist oder welche Personen dort gearbeitet oder gewohnt haben. Auf den Informationstafel erklärt ein kurzer Text, Fotos oder auch ein QR- Code den Erinnerungsort. Der sogenannte Quick Response ermöglicht durch Scannen mit einer Smartphone-Kamera den Zugriff auf hinterlegte Inhalte. So können die Spaziergänger auf dem geplanten Geschichtsspaziergang Lebenserinnerungen oder sogar ganze Vorträge hören, Videos mit Zeitzeugen oder über Gebäudegechichten sehen oder auch Zugriff auf vertiefende Informationen zu den Erinnerungsorten bekommen.
Neben den Informationstafeln sind Sitzmöglichkeiten geplant. Diese sogenannten Vertellbänke sollen ermöglichen, dass man etwas “vertellt“ bekommt oder selbst in Ruhe lesen kann.
Bei unserem Auftakt der Projektarbeit am vergangenen Freitag wurde eine erste Liste möglicher Erinnerungsorte aufgestellt. Danach sollen für die folgenden fünf Erinnerungsorte alle vorhandenen Informationen in Wort, Bild und Ton zusammengestellt und noch fehlendes Material identifiziert werden:
- Der Alte Hafen in Bodstedt mit der Zeesboottradition als Weltkulturerbe soll besonders gewürdigt werden.
- Der Wallfahrtsort mit der St.-Ewalds- Kirche und dem Anschluss an den Pilgerpfad „GreifenWeg“ über Barth, Kenz und Starkow nach Richtenberg. Am Pfarrhaus soll die besondere Beziehung zwischen Pastor Dankwardt und Ernst-Moritz-Arndt dargestellt werden.
- Auf dem Dorfplatz vor der abgerissenen Gaststätte Krull in Fuhlendorf könnte die “750 Jahre Urkunde“ präsentiert und die Dorfmitte mit einem 750-Jahrbaum gestaltet werden.
- Auf dem Friedhof in Michaelsdorf verweisen alte Grabsteine auf das Kapitänsdorf. Ein Ort für die erste urkundliche Erwähnung als Wendendorf unter besonderem Schutz des Rügenfürsten Witzlaw II soll noch gesucht werden.
- Der Erinnerungsort „Rettung von Bodstedt durch Pastor Dankwardt“ ist bereits vorhanden. Eine Ergänzung könnte erwogen werden.
Als weitere Erinnerungsorte wurden das OGS- Kinderferienlager als Beispiel für den Beginn des Tourismus, das Haus von Fischer Moritz in Bodstedt, das Schwimmlager an der Redensee und der Ewer Johanna benannt. Außerdem könnte an den Bootsbau in Fuhlendorf bei Dornquast / heute Tourismuszentrale, aber auch in Bodstedt und Michaelsdorf erinnert werden. Auch das Kriegerdenkmal und die Friedenseiche sowie das Forsthaus in Fuhlendorf und der Barther Stadtforst sind für einen Geschichtspfad interessant. Weiter wurden die Gärtnerei, das Sägewerk, oder auch die Mühle erwähnt.
Wir möchten erreichen, dass die Spaziergänger auf dem Geschichtspfad, ob Einheimische oder Touristen, mit ihrem Handy in das virtuelle Dorfarchiv gehen und so in die Geschichte und Geschichten des Ortes eintauchen können.
Es könnten auch Geschichtsspaziergänge mit Führung angeboten werden, so dass man durch Ortskundige Fragen beantwortet bekommt. Dazu möchte der Kulturverein Fuhlendorf eng mit der Tourismuszentrale Südliche Boddenküste, dem Traditionshafenverein Bodstedt und der Gemeindevertretung Fuhlendorf zusammenarbeiten. Selbstverständlich arbeiten wir auch sehr gern mit den anderen Vereinen im Dorf, mit der Kirchengemeinde und einzelnen Interessierten zusammen. Deshalb steht die Projektgruppe natürlich allen offen, die Lust haben, in die Geschichte Fuhlendorfs einzutauchen und den geplanten Geschichtsrundgang mitzugestalten. Wir freuen uns über jede Kontaktaufnahme unter unter post@dorf-macht-zeitung.de oder einfach im persönlichen Gespräch.
Wir haben inzwischen das Fotoarchiv, das Karin Frank und Marlies Meier dankenswerterweise gehütet haben, zur Verfügung gestellt bekommen und haben es digitalisiert. Die alten Papierfotos wurden mit Hilfe moderner Bildbearbeitung aufgefrischt.
Wir haben auch die im Stadt-und Amtsarchiv vorliegende Dorfchronik ausgewertet und auf Texte durchgesehen, die an den ausgewählten Erinnerungsorten für jeden zugänglich gemacht werden können.
Der Schatz der Dorfchronik selbst ist eine Sammlung verschiedener, zum Teil handgeschriebener Texte aus unterschiedlichen Zeitepochen. Wenn diese Chronik im Hinblick auf die 750-Jahrfeier fachlich überarbeitet werden soll, müsste die Gemeinde hierzu einen gesonderten Auftrag erteilen. Eine solche zeitaufwändige Arbeit kann im Rahmen des Projektes „Begehbares Dorfarchiv“ nicht geleistet werden.
Die wunderbare Postkarte aus anderen Zeiten hat uns freundlicherweise Frau Hannemann von der Tourismuszentrale mit anderen zusammen zur Digitalisierung zur Verfügung gestellt.
Für die Finanzierung des Begehbaren Dorfarchivs sind im letzten Herbst Förderzuschüsse bei verschiedenen Förderfonds gestellt worden. Weiter ist bei der Gemeinde angefragt worden, ob sie sich beteiligen will. Diese kommunale Eigenbeteiligung ist Voraussetzung, um eine Förderung aus Fonds zum Beispiel des Landes zu bekommen.
Schlussendlich: Der Projektauftakt hat stattgefunden und trifft hoffentlich auf Interesse.








