Eberhard Groth: Gemeindevertreter

von Iris Peinl

I. Peinl: Seit 2024 arbeiten Sie wieder in der Gemeindevertretung mit. Bevor wir unser kleines Gespräch beginnen: Mögen Sie noch kurz etwas über sich erzählen, obwohl viele Bürger Sie gut kennen?

Bild Groth
Eberhard Groth

E. Groth: Mein Name ist Eberhard Groth. Ich bin 1954 geboren und von Beruf Elektromeister.

Seit 1974 habe ich versucht, mich selbstständig zu machen. Das gelang mir in der DDR erst 1986 nach meiner abgeschlossenen Meisterausbildung im Jahr 1982. Ich habe also 12 Jahre auf meine Selbstständigkeit warten müssen. 2026 bin ich somit im 40. Jahr meiner Selbstständigkeit.

Ab 1990 habe ich mit der Wende und den beginnenden grundlegenden Veränderungen in unserer Gemeinde im „Cafe Redensee“ am „Runden Tisch“ für die Bürgerinitiative mitgearbeitet. Dann bin ich im selben Jahr in die Gemeindevertretung und schon 1994 als Bürgermeister gewählt worden. Dieses Amt habe ich 30 Jahre für die Gemeinde und ihrer Entwicklung ausgeübt.

I. Peinl: Warum haben Sie sich 2024 noch einmal zur Wahl gestellt?

E. Groth: Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrungen, die ich in den 30 Jahren als Bürgermeister erworben habe, für die weitere gute Entwicklung unserer Gemeinde einbringen und weitergeben – wenn es denn gewollt wird.

So habe ich gelernt, dass die Entwicklungen mit Weitsicht geplant und umgesetzt werden müssen. Man muss Entscheidungen gemeinsam mit den Gemeindevertretern und interessierten Bürgern erarbeiten und somit die Weichen für die Zukunft der Gemeinde stellen. Dafür nur ein Beispiel: Wir haben uns in der Gemeindevertretung schon 1994/1995 für die Erhaltung und Wiederherstellung des Strandabschnitts Fuhlendorf entschieden und 30 Jahre dafür gearbeitet, dass wir die Grundstücke für den Zugang zum Strandabschnitt kaufen können. Nun sind die Grundstücke Gemeindeeigentum und wir können weiter an der Wiederherstellung des Strands arbeiten. Das Beispiel zeigt: Es gilt klug zu überlegen, wie die Gemeindevertretung die frei für Investitionen zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel verwendet und einsetzt und welche Investitionen für die weitere Entwicklung der Gemeinde notwendig sind – dabei müssen die Folgekosten immer beachtet werden.

I. Peinl Welche Themen sind für Sie in der Arbeit der Gemeindevertretung besonders wichtig? Sind damit Ziele verbunden, die Sie in dieser Wahlperiode erreichen wollen?

E. Groth: Die Antwort kann ganz kurz ausfallen: Die mir wichtigen Themen und Ziele stehen in dem zur Kommunalwahl 2024 veröffentlichten Wahlprogramm der Wählergemeinschaft Fuhlendorf und stehen in dem Interview zu meinen Wahlschwerpunkten für die Dorfzeitung zu Verfügung.

I. Peinl: Was wünschen Sie sich für die weitere Entwicklung unserer Gemeinde? Wohin soll die strategische Reise gehen?

E. Groth: Eine wichtige Einnahmequelle unserer Gemeinde ist der Tourismus. Auf diesem Feld stehen wir als Erholungsort mit den Boddendörfern auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und den Ostseegemeinden im Wettbewerb. D.h.: Wir brauchen eine gute Angebotsqualität für unsere Gäste, die preislich günstiger ist als bei unseren Wettbewerbern. Diese Qualität erreichen wir nur in der Zusammenarbeit mit der Tourismuszentrale südliche Boddenküste über eine kontinuierliche Investition in wichtigen Bereichen, um das Ortsbild attraktiv zu gestellten.

Der Tourismus ist aber auch eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle für die Bürger der Gemeinde über die Vermietung von Ferienwohnungen oder -häuser. Daher finde ich es wichtig, dass Wohnhäuser mit Einliegerwohnungen gebaut werden können, auch damit Bauwillige die mittlerweile hohen Baukosten durch zusätzliche Einnahmen finanzieren können.