Das Jahr ist noch jung und die guten Vorsätze für 2026 noch nicht alt.
Wir, die Dorfzeitung, wollen in diesem Jahr unsere ehrenamtlichen arbeitenden Menschen in der Gemeinde Fuhlendorf vorstellen. Ganz nach unserem Motto „Was-Wo-Wer“ geht es natürlich auch darum, zu sagen, was sie in diesem Jahr vorhaben und wo etwas stattfindet.

Ein Ehrenamt verdient hohe Anerkennung. Ob bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Katastrophenschutz, im Krankenhaus, als Lesepate in der Schule oder im Sportverein, ehrenamtliches Engagement ist vielfältig. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Tätigkeit, für die man kein Geld bekommt, manchmal eine Aufwandsentschädigung, sondern etwas Gutes für die Gesellschaft tut. Man schätzt, dass sich rund 29 Millionen Menschen ab 14 Jahren in Deutschland freiwillig engagieren. Leider fehlt diese Anerkennung für die  ehrenamtlichen Arbeit häufig, auch in der Kommunalpolitik. Dabei ist gerade dort das Ehrenamt für unsere demokratischen Strukturen unverzichtbar.

Wir wollen diejenigen vorstellen, die diese wertvolle Arbeit in ihrer Freizeit, häufig neben ihrem Beruf leisten und dafür viel zu wenig Anerkennung bekommen und wenn es schlecht läuft, sogar beschimpft werden. Unsere Kommunalpolitiker als Gemeindevertreter, die nach ihrer Arbeit nicht zum Sport gehen, sich nicht zum Grillen mit Freunden treffen oder sich nicht zur Entspannung vor den Fernseher setzen, schnappen sich stattdessen ihre Unterlagen oder das I-Pad u.a. für die nächste Bauausschussitzung und diskutieren mit ihren Kollegen den aktuellen Flächennutzungsplan oder Bebauungsplan.

Wie gerade in Fuhlendorf auf der Dezembersitzung geschehen, machen sie sich Gedanken, was für die Dorfentwicklung richtig ist, führen Gespräche mit den Betroffenen und fragen, ob sie demnächst Ferienhäuser in der Nachbarschaft neben ihren Wohnhäusern stehen haben wollen. Sie versuchen Kompromisse zu finden zwischen dem Ausbau des Tourismus, der Schaffung von Arbeitsplätzen und dem Anliegen der Einwohner, ruhig zu wohnen sowie die vorhandene Infrastruktur nicht zu überfordern. Immer in der Erkenntnis, dass man es nicht allen recht machen kann. Der Charme eines Boddendorfes besteht auch darin, dass dort Menschen wohnen, die gute Gastgeber sind. Eine Ansammlung von Ferienhäusern, zwischen denen im Sommer kein alltägliches Leben ist und im Winter die Lichter ausgehen, ist auch für Touristen nicht attraktiv.

 
In der Bundesrepublik gibt es etwa 200.000 ehrenamtlich arbeitende Freizeitpolitiker, die sich in ca. 11.000 Kommunen in ihrer Zeit für kommunalpolitische Themen einsetzen. Sie sind das Rückgrat unserer Demokratie. Wenn es sie nicht gäbe, würden die Interessen der Menschen zu kurz kommen, würde es in unseren Gemeinden und Städten anders aussehen.

Verwaltungen allein könnten diese Bürgernähe nicht herstellen. Viel zu sehr leiden sie häufig an Personalengpässen, mangelnder digitaler Infrastruktur oder der Unfähigkeit, politische Kompromisse über das Parteienspektrum hinaus zu finden.  

Kommunalpolitiker dagegen müssen ihre gefundenen Kompromisse direkt, vor Ort am Gartenzaun vertreten und verteidigen. Sie müssen geradestehen, wenn das Geld des Steuerzahlers u.a. aufgrund gesetzlicher Pflichtregelungen der Kommunalverfassung nicht für alle Wünsche ausreicht oder wenn nur durch Abstriche z.B. Bauvorhaben finanzierbar werden. Sie stehen gerade, wenn aufgrund nicht hinreichender Unterstützung durch Verwaltungen Vorhaben in die Länge gezogen oder gestrichen werden, sie verantworten es, wenn sie aufgrund eigener interner Differenzen nicht oder zu spät zu einer Einigung kommen.

Dies ehrenamtliche Arbeit der Kommunalpolitiker ist anstrengend.  Für diese Anstrengungen, konsensuale Lösungsweg zu finden, haben sie Respekt und Vertrauen verdient.

Im Juni 24 haben wir unsere Gemeindevertretung für 5 Jahre neu gewählt. Seitdem arbeiten 7 gewählte Männer und zwei benannte Bürgervertreter, leider keine Frau(!), für uns.
Gewählt wurden als ordentliche Mitglieder in alphabetischer Reihenfolge:

  • Eberhard Groth (Hauptausschuss, Vorsitzender des Bauausschusses, Rechnungsprüfungsausschuss)
  • Heino Jasper ( 2.stellvertretender Bürgermeister, Hauptausschuss, Bauausschuss)
  • Rene Kröger
  • Uwe Meyen (Bauausschuss)
  • Jens Müller (1.stellvertretender Bürgermeister, Hauptausschuss, Bauausschuss)
  • Dirk Schmidt (Hauptausschuss, Rechnungsprüfungsausschuss)
  • Christian Unger (Bürgermeister, Hauptausschuss)

Bürgervertreter:

  • Reinhard Krödel (Bürgervertreter im Rechnungsprüfungsausschuss)
  • Nico Westphal (Bürgervertreter im Bauausschuss)

Als Bürgermeister wurde Christian Unger gewählt, der bei der Kommunalwahl nicht mit einer Wählergruppe, sondern als Einzelbewerber angetreten ist. Bei der Konstituierung der Gemeindevertretung hat sich dann die „Wählergemeinschaft Gemeinde Fuhlendorf“ mit Eberhard Groth, Heino Jasper, Jens Müller, Uwe Meyen und Dirk Schmidt zu einer Fraktion zusammengeschlossen. Damit hatte diese Fraktion eine Mehrheit in der Gemeindevertretung und konnte die stellvertretenden Bürgermeister Jens Müller und Heino Jasper selbst bestimmen. 

Die Wähler haben bei der Kommunalwahl eine Situation geschaffen, die für die Gemeindevertretung bei kontroversen Themen herausfordernd ist. Nun sind in der Kommunalpolitik viele Themen unstrittig. Aber manchmal muss um den richtigen Weg gerungen werden. Dies hat sich im Dezember bei der letzten Ratssitzung 2025 bei dem Thema Bebauungsplan 25 „Nördlich der Dorfstraße im Siedlungsbereich Fuhlendorf“ gezeigt.

Der Vorschlag des Bürgermeisters fand keine Mehrheit und führte zu einem Abstimmungsergebnis mit 4 Nein-Stimmen, 2 Ja-Stimmen und einer Enthaltung. Damit wurde der vorgeschlagene Aufstellungsbeschluss abgelehnt. Wir berichteten dazu in der Dorfzeitung, eine offizielle Niederschrift dieser Ratssitzung liegt noch nicht vor.
Man sieht an dieser Frage, welche Bedeutung Abstimmungen für die Zukunft der Gemeinde haben. Hier ging es im Kern darum, ob in einem Wohngebiet des Dorfes auch eine Ferienhausbebauung zugelassen wird. Über diese Frage der Dorfentwicklung wird wohl weiter diskutiert werden müssen.

Wir wollen in nächster Zeit diejenigen Kommunalpolitiker, die sich mit solchen wichtigen Fragen der Dorfentwicklung beschäftigen, vorstellen, sie somit anerkennen und ihre Arbeit würdigen. Wir werden sie bitten , etwas zu ihrer Person, zu ihren kommunalpolitischen Vorhaben und Wünschen für das kommende Jahr zu erzählen.

Später wollen wir das fortsetzen mit denjenigen, die in der Freiwilligen Feuerwehr, im Sport- oder Traditionsverein ehrenamtlich für unsere Gemeinde und damit für uns arbeiten, die z.B. das Kinderfest organisieren oder im Kulturverein Lesungen oder Kinoabende anbieten.

Zunächst aber wünschen wir als Dorfzeitung allen Ehrenamtlichen in der Gemeinde Fuhlendorf ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2026!

Kommentare und Anmerkungen sehr gern unter post@dorf-macht-zeitung.de

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